Folge 14

Aus U.S.S. Friendship

Zusammenfassung

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Autor: T'Pel
Titel: Charakterlog T’Pel

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5:00 Schiffszeit

T’Pel erwachte wie jeden Morgen pünktlich um 5 Uhr, dank ihrer vulkanischen Abstammung. Es hatte sie schon immer irritiert, wie lange Menschen schlafen konnten. Wenn man bedachte, dass diese fast 1/3 ihrer Zeit verschliefen, war es ein Wunder, dass sie überhaupt etwas zu Stande brachten.

Jedoch hatte sie inzwischen auch gelernt, die Menschen nicht zu unterschätzen. Interessant waren sie auf jeden Fall. Sie überlegte kurz, ob Sebastiao heute erneut versuchen würde, sie ‚anzumachen’ - wie die Menschen es nannten.

Umsichtig schob sie diesen Gedanken beiseite, da sie sowieso keine Antwort finden würde. Dann stieg sie aus ihrem Bett und begab sich ins Badezimmer, um zu duschen und sich für den Tag zu Recht zumachen.

17 Minuten später kam sie in Uniform gekleidet aus dem Bad heraus und ging zum Replikator, um sich ihr Frühstück zu bestellen. Mit Toast und Ei – natürlich ohne Speck – setzte sie sich an ihren Tisch und begann zu essen. Ihr war bewusst, dass dies nicht gerade ein für Vulkanier typisches Gericht war, aber sie hatte ihrer Schwester versprochen, auch die menschliche Küche auszuprobieren. Außerdem schmeckte es besser, als es aussah.

5:30 Schiffszeit

Nach dem Essen setzte T’Pel sich vor ihre Meditationslampe. Zu ihrem 6. Geburtstag hatte sie diese von ihrem Vater geschenkt bekommen und seitdem immer bei sich gehabt.

Sie machte die Lampe an und schloss ihre Augen.

Das Gesicht ihres Großvaters war das erste, was ihr in den Sinn kam. Nicht so, wie er jetzt aussah mit ergrauten Haaren und viel zu tiefen Falten. Sondern so, wie sie ihn als Kind gekannt hatte. Sie erinnerte sich noch sehr gut daran, wie sie als Kind seinen Geschichten gelauscht hatte. Er saß in seinem Sessel und sie vor ihm auf dem Boden. Manchmal waren ihre Geschwister neben ihr gewesen und ganz selten hatten sich auch ihre Eltern mit hinzugesellt.

Doch meistens waren nur sie und ihr Großvater anwesend. Sie erinnerte sich gerne an diese Zeit, es war die friedvollste Erinnerung aus ihrer Kindheit. Lange bevor für sie der Ernst des Lebens begann.

So geborgen hatte sie sich nur noch während ihrer Ehe bei ihrem Mann gefühlt. Aber daran wollte sie momentan nicht denken, zu viele schlechte Erinnerungen hingen damit zusammen. Darum konzentrierte sie sich wieder auf die Ruhe dieser Augenblicke mit ihrem Großvater und schöpfte daraus Kraft für den vor ihr liegenden Tag.

7:30 Schiffszeit

T’Pel saß auf ihrer Station und beobachtete ihre Anzeigen. Noch immer war sie damit beschäftigt die Daten über einen Nebel auszuwerten, den sie vor kurzen passiert hatten. Nicht, dass irgendetwas Außergewöhnliches daran zu finden wäre, jedoch waren sie die ersten, die ihn gesehen hatten. Somit oblag ihnen die Pflicht die Parameter des Nebels in die Datenbank aufzunehmen.

„Ziemlich langweilig, nicht wahr?“, erklang eine Stimme zu ihrer Linken.

„Was meinen Sie?“, erwiderte T’Pel mit hochgezogenen Augenbrauen. Sie war so in ihre Arbeit vertieft gewesen, dass sie Sebastiao nicht näher kommen gehört hatte.

„Das Auswerten der Daten“, sagte der Ops-Offizier lächelnd. „Nicht gerade eine wissenschaftliche Herausforderung.“

„Aber eine Arbeit, die getan werden muss“, erklärte T’Pel gelassen. „Wieso interessiert Sie das so sehr?“

„Mich interessiert die Arbeit einer schönen Frau einfach.“ Bevor T’Pel darauf erwidern konnte, wurde Sebastiao von einem jungen Fähnrich gerufen. Er warf ihr ein wie er hoffte gewinnendes Lächeln zu, bevor er zu dem Fähnrich ging. ‚Auch nicht schlecht’, dachte Sebastiao, als ihm auffiel wie attraktiv die junge Frau war.

T’Pel warf ihm ein leicht irritierten Blick hinterher. Dieser Mann hatte etwas höchst Sonderbares an sich. Jedoch war er viel zu kindisch, um für sie als Partner in Frage zu kommen.

Ungestört wand sie sich nun wieder ihrer Arbeit zu. Schließlich hatte sie noch viel zutun.

12:00 Schiffszeit

In ihrer Mittagspause ging sie wie gewöhnlich in die Schiffbar. Das Essen dort war zwar das gleiche wie in ihrem Quartier, aber sie hatte so die Möglichkeit, mehr über die Menschen zu erfahren. T’Pel empfand es als interessant, zu sehen, wie die Menschen untereinander agierten. Erst letzte Woche war sie Zeuge einer außergewöhnlichen Szene geworden. An dem Tisch neben ihr hatte sich ein Paar hingesetzt und nach ca. 10 Minuten war die Frau plötzlich aufgesprungen, hatte ihrem Begleiter geschlagen und war wutentbrannt hinausgestürmt.

Der Crewman war ihr mit den Worten ‚So war das nicht gemeint!’ hinterher gerannt. Merkwürdigerweise erhielt die Frau für ein derartiges Verhalten nicht einmal ein Verweis. Aber T’Pel nahm an, dass die beiden sich wieder vertragen hatten. Vorgestern waren sie jedenfalls wieder gemeinsam hier gewesen.

Heute aber war die Bar noch relativ leer. Nur verstreut saßen einige Crewmitglieder und aßen Mittag.

T’Pel ging zielstrebig auf die Bar zu, hinter der die Wirtin Felina stand und gerade einen anderen Gast trinken servierte. „Was kann ich Ihnen bringen?“, fragte sie lächelnd den Neuankömmling.

Nach kurzen überlegen antwortete diese: „Vulkanischen Tee und Plomek-Suppe.“ Nun, immerhin muss man nicht immer menschliche Kost verzehren. Und Plomek-Suppe war nach wie vor ihr Lieblingsgericht.

„Kommt sofort.“

Nachdem sie von der Wirtin ihr Essen bekommen hatte, suchte T’Pel sich einen Tisch in Fensternähe. Von dort aus konnte man am besten das Getreibe in der Bar beobachten, außerdem sah man so perfekt die Tür.

16:00 Schiffszeit

Nach einigen weiteren Stunden, in dem sie nur die Sensordaten ausgewertet hatte, war sie doch erleichtert, wieder in ihrem Quartier zu sein. Der Nebel wies wirklich keinerlei Besonderheiten auf.

Gerade als sie überlegte, was sie nun tun konnte, begann das Comsignal zu leuchten. Der Computer zeigte an, dass es sich um eine Nachricht von Vulkan handelte.

Sofort ging sie zu der Konsole, um das Signal zu beantworten. Nach wenigen Augenblicken wich das Sternenflottenlogo dem Gesicht einer jungen Vulkanierin, ihrer Schwester.

„Glück und langes Leben, Schwester“, wurde sie von T’Meni begrüßt.

„T’Meni, auch Dir Glück und langes Leben.“ T’Pel setzte sich auf einen Stuhl und musterte ihre Schwester. Die Familienähnlichkeit war nicht zu übersehen. Auch T’Meni hatte dunkelbraune Haut, schwarze Haare und braune Augen. Nur trug sie ihr Haar schulterlang und war von der Statur her kräftiger als T’Pel.

„Wie geht es Dir?“, fragte T’Meni nach kurzer Pause. Als ihre Schwester ob dieses ‚Smal-Talk’ die Augenbrauen hob, fügte sie noch hinzu: „Wie kommst Du mit der neuen Crew zurecht? Und hast Du dein zusammentreffen mit den Breen unbeschadet überstanden?“

„Natürlich. Andernfalls hätte ich mich gemeldet.“

„Nun, letztes Mal hast Du das auch nicht getan, also wollte ich sicher gehen.“ T’Pel war klar, dass dies eine Anspielung auf den Tod ihrer Mannes war. Etwas, worüber sie selbst mit ihrer Schwester nur ungern redete. Deshalb entschied sie sich diesen Kommentar zu übergehen. „Mir geht es gut. Ich habe keine bleibenden Schäden von den Breen davongetragen.“

„Und wie lebst Du dich in die Crew ein?“ Trotz des unbeweglichen Gesichtsausdrucks der älteren Vulkanierin spürte T’Pel die Sorge, die hinter der Frage steckten. „Ich bin zufrieden mit meiner Position. Jedoch hatten wir in letzter Zeit nicht viel zutun.“

„Ich meinte die anderen Crewmitglieder und nicht deine Arbeit“, entgegnete T’Meni nun ebenfalls mit hochgezogenen Augenbrauen.

„Sie sind kompetent.“ Da auch dies ihre Schwester nicht zu befriedigen schien, fügte sie noch hinzu: „Ich habe bisher noch keine Freunde gefunden, falls du darauf anspielst. Doch wie Du sehr wohl weist, brauche ich auch nicht unbedingt welche.“

„Trotzdem ist es auch für Dich nicht vorteilhaft, den ganzen Tag allein zu sein“, tadelte ihre Schwester sie. In solchen Augenblicken hatte T’Pel fast das Gefühl, mit einer Mutter und nicht einer Schwester zu reden. Normalerweise störte es sie nicht weiter, da sie es ja schon seit ihrer Kindheit gewohnt war, dennoch wünschte sie sich, dass ihre Schwester nicht immer so… beschützerisch ihr gegenüber sein würde.

„Das bin ich auch nicht. Ich unterhalte mich sehr wohl mit den anderen Crewmitgliedern. Des weitern gibt es hier einen Mann, der offensichtlich bei mir ‚landen’ will.“

„Ach ja? Ist das Interesse gegenseitig?“

„Nicht wirklich. Zwar muss ich gestehen, dass er für einen Menschen gut aussieht, aber ansonsten hat er keine Qualitäten, die ich von einem Partner erwarten würde.“

„Kennst Du ihn den gut genug, um alle seine Qualitäten einschätzen zu können?“ Den Blick ihrer Schwester richtig deutend, fuhr T’Meni fort: „Das heißt wohl ‚Nein’. Vielleicht solltest du ihn näher kennen lernen? Wenn du ihn nicht als Partner willst, könnte er doch trotzdem ein Freund werden. Verschließ dich nicht ganz davor.“

„Ich werde es versuchen.“ Aus Erfahrung wusste T’Pel, dass sich ihre Schwester mit keiner anderen Antwort zufrieden geben würde. So schien Zustimmung der beste weg zu sein. „Im Übrigen habe ich deine anderen Anregungen beachtet.“

20:00 Schiffszeit

Etwas müde begab sich T’Pel ins Badezimmer. Nachdem sie noch einige weitere Neuigkeiten mit ihrer Schwester ausgetauscht hatte, beschlossen die beiden nach Kalto zu spielen. Zum Abschied gab T’Meni ihr dann noch ein paar Denksportaufgaben, die sie in einem vulkanischen Magazin gefunden hatte. Entschlossen diese noch diesen Abend zu lösen verbrachte sie so mehr Stunden am Computer, als sie eigentlich wollte.

So beeilte sie sich mit hygienischen Notwendigkeiten, um noch meditieren zu können. Gegessen hatte sie schon während des Kalto-Spiel’s mit ihrer Schwester eine Kleinigkeit, sodass sie nach dem meditieren sofort ins Bett gehen konnte.


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