Folge 7

Aus U.S.S. Friendship

Zusammenfassung

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Autor: Yuna Meridic
Titel: Folge 7

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"Wir haben also die Unterlagen auf dem Tisch. Und wie soll es nun weitergehen?" Alan Bierko war im zweiten Jahr Fähnrich und befand sich zum ersten Mal auf einer Langstreckenmission, die ihn so weit von zu Hause weg führte. Er betrachtete kritisch die Anzeigen auf dem Display vor sich und versuchte die dargestellten Informationen in einen Zusammenhang zu bringen.

"Aldea hat es über Jahrzehnte geschafft seinen Planeten zu tarnen", erwiderte ihm sein Gegenüber.

"Aber das hat sie unfruchtbar gemacht und beinahe ausgerottet." Alan kannte die Umstände, die bei diesem Planeten berücksichtigt werden mussten. "Was bedeutet, das die Technologie überhaupt nicht ausgereift war."

Erneut stimmte ihm Clarence Mitchum zu. Der Techniker reichte ihm ein Padd mit zusätzlichen Daten, die sie selbst gesammelt hatten. "Aber, ich denke, dass das den Breen egal sein würde."

Bierko schien mit der Antwort nicht zufrieden. Er zeigte das jugendliche Unverständnis, das typisch für sein Alter war. "Warum sollte man seine eigenen Leute in Gefahr bringen?"

"Warum werden Kriege begonnen?"

Der Fähnrich zog die Stirn kraus und analysierte wieder die bisherigen Fakten. "Er kann also nicht zerstört worden sein?", fragte er schließlich.

"Nein, denn dann müsste noch irgendetwas von ihm zu finden sein. Nichts löst sich in Staub auf oder hört plötzlich auf zu existieren."

Und damit hatte Clarence recht. Auch jetzt, wo sie von einer Tarnung ausgingen, suchten sie nach Überresten, einem Abdruck oder einer Spur. Nichts und niemand verschwand einfach.

"Könnte es mit dem Subraum zusammenhängen?"




"Dem Subraum?" Yuna stellte ihr halb geleertes Glas auf den Tresen und sah die Barkeeperin an.

"Zumindest ist es das, was man sich erzählt", bestätigte Felina, die ein bedeutungsvolles Gesicht machte. Subraum, das war etwas, mit dem sich Meridic auskannte. Zumindest mit dem Teil, der zum Nexus gehörte. Sie erinnerte sich an die Zeit, die sie dort verbracht hatte und den Schock, den sie alle hatten erleiden müssen. Sie rutschte auf ihrem Barhocker nach vorn und lehnte sich auf die Bar. "Der Planet ist im Subraum verschwunden?" "Vermutet jedenfalls Fähnrich Bierko." Sie deutete auf den kleinen hageren Mann, der am Ende der Starlight Bar stand und von einer Gruppe Crewmitglieder umgeben war, die ihm aufmerksam zuhörten.

"Was erzählt er denn sonst noch so?"

"Dass die Breen kleine Kinder fressen und durch Wände sehen können."

Yuna lachte über diesen Kommentar. "Verstehe." Sie nahm einen neuen kräftigen Schluck aus ihrem Glas und stand dann auf. "Zeit für mein Bett", entschied sie und verabschiedete sich von der Barkeeperin. Im Vorbeigehen warf sie Bierko einen vielsagenden Blick zu, der ihn kurz irritiert inne halten ließ.

"Kleine Kinder fressen", wiederholte die Counselor, als sie im Turbolift stand und lächelte erneut über diese Behauptung. Es war richtig, dass die Breen zu dem Volk gehörten, dass sie mit am Wenigsten kannten. Es war schwer einen Gegner einzuschätzen, den man nicht kannte. Und ähnlich, wie im Mittelalter der Erde galten auch in heutiger Zeit noch viele unbekannte Dinge als /Hexenwerk/, die einem Angst machten und nachts nicht schlafen ließen.




"Angenommen, nur rein theoretisch, wir haben es hier mit einem Subraumphänomen zu tun", sagte Clarence langgezogen, der einen aufgeregt wirkenden Fähnrich vor sich sitzen hatte. "Und angenommen, der Planet sei von diesem Subraum-Band-Loch-Welle wie auch immer getroffen worden..."

Alan konnte nicht abwarten. "Das ist möglich! Die Borg benutzen schon seit Jahren diese Technologie, um mit ihren Schiffen, mittels Subraum-Abkürzung, von A nach B zu kommen." Mitchum hob abwehrend die Hände. "Gut, ist ja schon gut. Also, mal angenommen, das würde funktionieren, woher sollten die Breen, von denen wir in deiner Theorie ausgehen und was wir immer noch nicht genau wissen, so viel Energie haben?"

"Ist das nicht erst mal nebensächlich? Wir sollten T'Pel sagen, dass sie nach Tachyonen scannen soll", sagte Alan wie selbstverständlich. "Was sie schon macht. Denkst du unsere Wissenschaftschefin weiß nicht, wonach sie suchen muss?" Es klang väterlich und Mitchum musste über den eifrigen Fähnrich grinsen.

"Hat sie Tachyonen gefunden?" - "Ja", bestätigte der Ältere.

Bierko sprang fast von seinem Stuhl. "Dann wissen wir Bescheid, es hat etwas mit dem Subraum zu tun!", sagte er triumphierend, doch der andere hielt ihn am Arm fest.

"Es könnte genau so gut auch einen anderen Grund für die Tachyonen geben. Vergiss nicht, wir haben immer noch die Möglichkeit, dass das System der Aldeaner verwendet wurde, oder etwas Vergleichbares."




Tara saß mit Eric auf dem Boden ihres Zimmers und baute ein Wüstenschiff zusammen. Ihr Bruder half ihr bei der Schulaufgabe und befestigte die Sonnenkollektoren auf dem oberen Deck des bräunlichen Modells.

"Merry sagt, dass die Breen noch schlimmer seien als die Borg. Die können nämlich nur durch den Subraum fliegen. Aber die Breen können sogar durch massive Wände laufen und so alle Barrieren überwinden", sagte Tara plötzlich und legte den Pinsel, mit welchem sie die Außenwände getüncht hatte zur Seite.

"Quatsch!", sagte ihr Bruder überlegen, doch Tara war verunsichert.

"Das hat sie aber gesagt. In der Technikabteilung arbeitet man schon an einem neuen Schutzschild, damit sie nicht nachts einfach so auf das Schiff beamen können und uns entführen." - "Als wenn die Breen das machen würden."

Erics Schwester wurde trotzig. "Die können ganze Planeten verschwinden lassen!"

"Wenn das so wäre hätte Dad uns das sicherlich erzählt."

"Oder er sagt es uns nicht, damit wir keine Angst haben!"

Schweigend sahen sich die beiden einen Moment lang an, dann nahm Tara den Pinsel wieder in die Hand. "Ich schlafe heute Nacht nicht alleine in meinem Zimmer!", sagte sie entschieden.




"Auf dem ganzen Schiff kursieren Gerüchte zu diesem Thema, die Kinder haben bereits Angst und die ersten Besatzungsmitglieder fangen an sich misstrauisch umzusehen", erklärte Meridic dem Captain. "Die Unwissenheit und dieses /Nichts-Genaues-weiß-man-nicht/ trägt nicht zur Moral der Crew bei."

Shiong-Soon lehnte sich hinter seinem Schreibtisch zurück und sah die Counselor bedächtig an. "Bisher haben wir nichts in der Hand", sagte er schließlich.

"Das ist mir bewusst", nickte Yuna und faltete die Hände im Schoß. "Ich geben Ihnen auch lediglich ein Bild der allgemeinen Stimmung an Bord. Ändern können wir an der derzeitigen Situation nichts."

"Was schlagen Sie also vor?"

"Nichts, Sir." Sie legte den Kopf schief. "Vielleicht sollten Sie mit Alan Bierko sprechen."

Leong richtete sich auf und Yuna fuhr fort. "Er ist sehr eifrig, aber er neigt auch zu Übertreibungen. Wir wissen nicht, ob die Breen in diese Sache verwickelt sind, auch wenn die Wahrscheinlichkeit hierfür sehr groß ist. Seit wir diese hohen Werte an Tachyonen gefunden haben, und davon ausgehen können, dass wir es mit einem Subraumphänomen zu tun haben, ist die Vorstellung, die Breen seien in der Lage eine so große Veränderung im Weltraum zu erzeugen, äußerst beunruhigend. Ohne dass erzählt wird, die Breen fräßen kleine Kinder." Der Captain verstand und rang sich ein halbes Lächeln ab.

"Vielen Dank." Meridic erhob sich und legte ihm ihre Analyse in Form eines Padd auf den Schreibtisch, dann verließ sie sein Büro.

Die Counselor hatte gerade den Turbolift erreicht, als eine Erschütterung durch das Schiff fuhr und sie fast zu Boden geworfen hätte.

Der Rote Alarm leuchtete auf der Brücke auf und aus der Tür, durch die sie so eben getreten war, eilte Leong auf selbige.

"Schadensbericht!"


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