Folge 4

Aus U.S.S. Friendship

Zusammenfassung

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Autor: Shane MacKenzie Maverick
Titel: Folge 4

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Am Fenster des Besprechungsraumes der Friendship stand Commander Maverick und warf einen flüchtigen Blick auf Starbase 129, ehe sie an dem Tisch im Raum Platz nahm. Bis vor wenigen Minuten hatte sie den heutigen Morgen genutzt, die Raumstation ein wenig zu erkunden und einen ausgiebigen Spaziergang auf der Promenade zu machen. In der kurzen Zeit hatte sie nicht die Hälfte von alle dem gesehen, was sie sich vorgenommen hatte und doch kam sie sich vor, wie nach einem langen Tag der Wanderschaft. Jedenfalls war sie schon wieder - oder immer noch? - müde.

Wenn man die Station von einem Schiff aus, in einiger Entfernung betrachtete, traute man ihr diese immense Größe gar nicht zu. Es handelte sich aber nicht um den kleinen Außenposten, für den viele, die die Station nicht selbst kannten, sie offensichtlich hielten. Im Grunde war es doch eine Stadt, mit allen üblichen Einrichtungen und einer Parkanlage, die man durchaus als Sehenswürdigkeit bezeichnen konnte. Kein Vergleich zu den Arboreta, wie man sie auf Schiffen der Sternenflotte oder eben auf kleineren Stationen fand.

Doch bis zum Park war Mac auf ihrem Ausflug heute nicht gekommen. Der Rückruf zur Friendship hatte sie ihre weiteren Pläne aufschieben lassen. Ein neuer Auftrag schien auf das Schiff zu warten und um Genaueres dazu zu erfahren, wartete sie nun zusammen mit den restlichen Führungsoffizieren auf Captain Leong, der den Ruf vom Hauptquartier entgegen genommen hatte.

Mac schlug die Beine übereinander und ließ ihren Blick über die Anwesenden schweifen. Das Schiff war noch nagelneu, aber innerhalb kürzester Zeit arbeitete seine Crew bereits wie ein lange aufeinander eingespieltes Team zusammen. Vor ihrem Dienstantritt auf der Friendship hatte sie sich noch Gedanken darüber gemacht, wie lange es wohl dauern würde, diese Art der Zusammenarbeit auf dem neuen Schiff zu erreichen. Aber wie sich herausstellte, waren diese Überlegungen überflüssig gewesen.

An diesem Tisch saßen Profis, die sich nicht nur in ihrem jeweiligen Fachgebiet auskannten, dass man ihnen so schnell nichts vormachte; jeder von ihnen war auch in der Lage sein jeweiliges Team kompetent zu führen und damit den Ablauf der Arbeitsvorgänge schnell und effizient voranzutreiben. Und doch - irgendwie hatte das alles schon viel zu gut geklappt. Die Commander fragte sich, ob es da noch einen Haken gab. Vor Aufführungen von Bühnenstücken galt eine verpatzte Generalprobe als gutes Zeichen. Die Friendship hatte so etwas natürlich nicht gehabt. Trotzdem sagte ihr ihr angeborener Optimismus, dass es sicher keinen unvermittelten Einbruch des hervorragenden Zusammenspiels geben würde.

Mavericks Gedankengang wurde durch das Eintreten Captain Leongs unterbrochen. "Guten Morgen!", begrüßte er die anwesenden Offiziere, beim Umrunden des Tisches. Er nahm rasch Platz und begann dann die Besprechung. "Vor wenigen Minuten habe ich mit dem Hauptquartier gesprochen. Man betraut uns mit der Untersuchung des Palomar-Cygni-Systems." Mit einem Knopfdruck hatte der Captain einen Sichtschirm eingeschaltet, auf dem eine schematische Darstellung des besagten Systems erschien. Der äußere Planet war rot markiert. Shiong-Soon fiel auf, dass T'Pel beim Anblick des Schemas eine Augenbraue hochzog. Offensichtlich hatte sie auch etwas sagen wollen, schloss jedoch den Mund, um den Captain erst aussprechen zu lassen.

"Das System ist Ihnen bekannt?", fragte Leong an die Vulkanierin gerichtet.

"Ja Sir.", bestätigte sie und fuhr auf Geheiß des Captains fort: "Es ist eines der föderierten Randsysteme - unbewohnt. Es liegt außerdem am Rande zum Breen-Raum. Die Besonderheit des Systems ist die, dass es vermutlich entstanden ist, als vor Hunderttausenden Jahren der Kugelsternhaufen Palomar 5 unsere Milchstraße kreuzte. Eine weitere interessante Tatsache ist außerdem der äußere Planet des Systems. Die Umlaufbahn von Palomar-Cygni 12 ist so weitläufig, dass der Planet erst vor 14 Jahren dem System zugeordnet werden konnte. Auf seiner Bahn - und das ist das Interessante - kreuzt er die Bahn von Doagu 7, dem äußeren Planeten des Nachbarsystems, das schon im Breen-Raum liegt. Meines Wissens wurde bislang nicht erforscht, weshalb die jeweiligen Sterne der Systeme und ihre Planeten sich gravitativ nicht beeinflussen."

Leong nickte anerkennend. T'Pels Erklärung war in etwa die Kurzfassung dessen, was er sich in aller Eile an Informationen über das System noch zusammengesucht hatte, um für die Besprechung einige Details bereit zu haben. "Danke.", meinte er knapp, um hier einzusteigen. "Bisher konnte Palomar-Cygni 12 nicht erforscht werden, weil dieser Planet, wie gesagt auf seiner Bahn auch den Breen-Raum durchquert. Das Doagu-System ist außerdem bekannt dafür, dass die Breen dort selbst Forschungen betreiben, was experimentelle Technologien betrifft. Der Geheimdienst spricht aktuell von einer neuen besseren Tarntechnologie, aber das sind nicht mehr als Gerüchte, da die Breen, wie wir alle wissen, Meister der Geheimhaltung sind. Und nun zum Kern der Angelegenheit: Seit rund einem Monat wartet bereits ein Föderations-Forschungsteam darauf, Palomar-Cygni 12 zu untersuchen, sobald er auf seiner Bahn den Breen-Raum hinter sich gelassen hat. Doch er ist nicht aufgetaucht. Weder im Föderationsraum, noch auf unseren Sensoren. Es gab allerdings in letzter Zeit eine Reihe von Strahlungsspitzen aus dem Breen-Raum, die wir zunächst auf die Forschungsarbeiten geschoben haben - möglicherweise - und das sollen wir jetzt herausfinden - handelte es sich dabei aber nicht nur um die Arbeiten an neuen Technologien, neuer Schiffe oder Tarnungen bezüglich. Die Almagest wird uns für alle Fälle begleiten und die Leviosa bleibt bis auf Weiteres hier auf Abruf, falls wir weitere Verstärkung brauchen werden."

"Glaubt man im Hauptquartier, dass die Breen dahinter stecken? Wie könnten sie einen Planeten auf seiner Umlaufbahn aufhalten?", fragte Commander Maverick.

"Nun, es ist an uns, das herauszufinden.", antwortete Leong. "Es sind bisher auch keine Methoden bekannt, einen Planeten zum Beispiel zu verlangsamen - aber bei allem Misstrauen: Es ist, wie gesagt, nicht erwiesen, dass die Breen überhaupt etwas damit zu tun haben." Einen Moment wartete der Captain ab, ob es noch weitere Fragen gab. Dann wies er die Leute an: "Mister N'Daye, ich brauche eine Übersicht über bekannte technologische Neuerungen der Breen, die im Doagu-System getestet oder entwickelt wurden. Außerdem wäre alles hilfreich, was auch nur entfernt gravitativ oder wie auch immer Einfluss auf Palomar-Cygni 12 genommen haben könnte. Bei diesem Punkt wäre eine Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Team von T'Pel sicher hilfreich. Die sonstige übliche Bereitschaft brauche ich wohl nicht noch extra zu erwähen!?"

Von allen Seiten erhielt er kurze Bestätigungen, dann löste Leong die Besprechung mit den Worten auf: "Gut, wir starten in 30 Minuten, die Koordinaten wurden bereits an die Navigation übermittelt. Wegtreten."


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